4 Fragen an LYRIK IM BAUMHAUS

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1/ Wer seid ihr?
Das 1001. Lyrikkollektiv, das dabei ist, die Kulturszene Berlins zu erobern. 2015 haben wir – zurzeit vier Poet*innen – unser Grüppchen aus der Taufe gehoben.

Mutig, die Schlagfaust,
Loch in der Wand, Durchguck,
fast als könnt ich wieder sehen
das da! Wunderland.

Arne Schmelzer

2/ Wozu das Baumhaus in eurem Namen?
Weil wir Lyrik im Baumhaus machen. Ja, es ist wirklich so selbsterklärend. Es handelt sich allerdings nicht um eine echte Hütte in einer Baumkrone, noch weniger um ein Hirngespinst. Das Baumhaus Berlin ist ein Weddinger Projekt für sozial-ökologischen Wandel und eine Plattform für Weltverbesser*innen. Was das mit Lyrik zu tun hat? Anscheinend so einiges. Zum Beispiel werden wir selber aktiv, anstatt nur zu konsumieren. Und unser Schreiben findet ja auch nicht außerhalb, sondern mitten in der Gesellschaft statt, in der wir leben. Lyrik ist dann wohl doch die Lösung.

Licht auf Tauchgang
der Dreck der Stadt
schwimmt oben

Julia Dorsch

3/ Und was macht ihr so?
Alles, um Lyrik unter die Leute zu bringen: Lesungen, Performances, Workshops, ein handgebundenes Büchlein (und, und, und). Gerne in Kollaboration mit anderen Künstler*innen, zuletzt mit musikalischer Unterstützung durch Luana Harumi und Chris Matlik von der Berliner Band Kokokollektiv. Unser Verständnis von Poesie ist weit gefasst und wir arbeiten daran, die Grenzen dieser Gattung immer weiter nach außen zu schieben.

Die Wolken sind launisch
haben ihre Gemüter erhitzt am Asphalt der Stadt
haben sich eine Locke verbrannt und speien
nun mit Gebrüll von oben herab
den Frust heißer Sommertage
auf die Erde zurück
geben zu trinken all denen,
die durstig sind

Christine Zeides

4/ Was wollt ihr in Zukunft noch alles anstellen?
Unser 10-Jahres-Plan: Lyrik für alle Bewohner*innen dieses Planeten! Und zwar vom Feinsten! Ansonsten: immer schön auftreten, unseren Performance-Ansatz weiterentwickeln, Poesiefilme drehen, zusammen publizieren, durch die Welt touren – ach ja, und: natürlich viel, viel schreiben!

Halb nass halb sandig die Füße
und Blaubeersaft
wie Fingerwunden

Maria Marggraf

 

Erstveröffentlichung in der der Kiezzeitung Panker 65, Ausgabe 3/2017

 

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Autorin

Maria Marggraf